Wehren Sie sich gegen negative jameda-Bewertungen!

Mehr als zwei Drittel der Patienten entscheiden sich ausschließlich aufgrund von Internetbewertungen für oder gegen ihren Arzt. Schlechte Bewertungen auf jameda, dem größten deutschen Ärztebewertungsportal, sind also nicht nur besonders ärgerlich, sondern wirken sich unmittelbar auf den Erfolg einer Praxis, eines MVZ oder Krankenhauses aus. Das ist unnötig, denn zahlreiche Bewertungen verstoßen gegen rechtliche Vorgaben und dürfen aus diesem Grund gar nicht veröffentlicht werden. Beispielsweise müssen sich Bewertungen bei jameda ausschließlich auf den behandelnden Arzt beziehen. Dies übersehen z.B. regelmäßig Patienten von Berufsausübungsgemeinschaften, die ihrem Unmut auf dem Profil des Praxispartners Luft verschaffen – obwohl sie diesen nie zu Gesicht bekommen haben. Andere Bewertungen richten sich gegen das Praxispersonal („die freche Blonde am Empfang“). Dabei sind die Richtlinien von jameda eindeutig: Bewertungen, die Rückschlüsse auf einzelne nichtärztliche Mitarbeiter ermöglichen, sind nicht erlaubt. Viele Patienten beschränken sich in ihrer Bewertung auch darauf, dem Arzt eine vermeintlich überhöhte GOÄ-Rechnung vorzuwerfen. Meinungsverschiedenheiten über die Kosten der ärztlichen Behandlung dürfen aber nicht alleiniger Bewertungsgegenstand sein. Bei Zuwiderhandlungen gegen die Nutzungsrichtlinien sind die Aussichten sehr gut, dass das Portal Bewertungen auf ein dezidiertes Schreiben und rechtlichen Hinweis hin löscht. Grundsätzlich stehen die Chancen also gut, mit der richtigen anwaltlichen Strategie erfolgreich gegen negative Bewertungen vorzugehen.

Till Sebastian Wipperfürth, LL.M.